Thema: Afghanistan: Wer kann noch gerettet werden? | Markus Lanz vom 24. August 2021
Inhalt: Die Lage in Afghanistan spitzt sich von Tag zu Tag weiter zu. Ein entscheidender Punkt für die deutsche Politik ist die Evakuierungsmission deutscher Staatsbürger*innen, aber auch der dortigen Ortskräfte, die in den letzten 20 Jahren der Bundeswehr in Afghanistan bei ihrem Einsatz geholfen haben. Diese Ortskräfte seien nun allerdings durch die Frist der Evakuierungen durch die Taliban extrem gefährdet, meint der außenpolitische Sprecher der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen Omid Nouripour. Mit dem 31. August sollen die Evakuierungsmissionen der ausländischen Regierungen enden. Jeder, der sich dann noch im Land befände und den Armeen in der Vergangenheit geholfen habe, sei ab diesem Zeitpunkt gefährdet, so Nouripour. Die Taliban hätten in den äußeren Regio-nen von Afghanistan bereits angefangen, helfende Kräfte zu bestrafen und hinzurichten. Unter diesem Gesichtspunkt sei es umso schlimmer, dass die Hilfe für diese Menschen von der deutschen Regierung einfach nicht mehr gewährleistet werden könne. Der Grünen Politiker beton-te, mit ihrem Versprechen alle zu retten, die Deutschland in den letzten 20 Jahren geholfen haben, habe man Hoffnungen bei den Flüchtenden geschürt. Jedoch sei es „rein logistisch“ nicht mehr möglich allen Menschen vor Ort, und vor allem am Flughafen von Kabul zu helfen. Die Sozialarbeiterin Claudia Peppmüller war bis vor wenigen Tagen noch in Kabul und hat das Chaos live miterlebt. Für sie seien die Eindrücke vor Ort mit die schlimmsten in ihrem Leben ge-wesen, die ihr wahrscheinlich nie wieder aus dem Kopf gehen werden. Sie kam kurz vor der Machtübernahme der Taliban in Kabul an, um den dortigen, benachteiligten Kindern zu helfen. Schon bei ihrer Ankunft war klar, dass sich ihre Arbeit nur auf Kabul beziehen würde, da die umliegenden Provinzen und Städte schon von den Taliban eingenommen waren. Damit, dass die Taliban innerhalb weniger Tage auch Kabul einnehmen, damit habe selbst sie nicht gerechnet. Sie konnte gerettet werden, doch „sei dies unweigerlich ein Privileg ihrer Nationalität“, wie ihr im Flughafen ein afghanischer Mitarbeiter gesagt hatte. Diesen Punkt sehe sie leider genau so, ob-wohl vor den Toren des Flughafens viel stärker gefährdete Menschen auf einen Evakuierungsflug warten würden. In dem Chaos vor den Toren konnte sie sich nur dank ihres Passes nach vorne bringen. Dieses Glück haben aber nicht alle Menschen und wird ihnen höchstwahrscheinlich auch in der nächsten Zeit nicht gewährt werden. Den gesamten Talk findet ihr hier: https://kurz.zdf.de/z9m6/ Weitere Gäste in der Sendung: Stephan Weil, Politiker Der Ministerpräsident Niedersachsens (SPD) äußert sich zu seinem weiteren Corona-Kurs, zum SPD-Bundestagswahlkampf und zu den Folgen und Lehren aus der deutschen Afghanistan-Politik. Alena Buyx, Medizinethikerin Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates nimmt Stellung zur Debatte über strengere Einschrän-kungen für Ungeimpfte und analysiert den weiteren Verlauf der Pandemie in Bezug auf die Schul-kinder. ---- Hier auf ZDFheute Nachrichten erfahrt ihr, was auf der Welt passiert und was uns alle etwas an-geht: Wir sorgen für Durchblick in der Nachrichtenwelt, erklären die Hintergründe und gehen auf gesellschaftliche Debatten ein. Diskutiert in Livestreams mit uns und bildet euch eure eigene Mei-nung mit den Fakten, die wir euch präsentieren. Abonniert unseren Kanal, um nichts mehr zu verpassen. Immer auf dem aktuellen Stand seid ihr auf http://www.ZDFheute.de/. #afghanistan #evakuierung #lanz
Herausgegeben von: ZDFheute Nachrichten
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